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Seelenkampf


O mein süßes Herz! Wie lange willst du mich noch quälen? Wie lange soll das Feuer mein Herz noch verzehren, es verbrennen? Wann wird es vollends verbrannt sein und zum Aschehaufen zerfallen? O du süße Passion, nicht mehr lange und ich verbrenne, wann wirst du mich retten vor den heißen Flammen der Verzweiflung?
Wessen Vollmacht hast du, mich so zu quälen und mein Herzchen zu erhitzen ohne dieses daraufhin trösten und lieben zu können?
Wie lange muss ich mich noch quälen an dich zu denken, dich zu begehren, dich zu lieben und deinen Herzschlag spüren zu wollen? O Himmel, wie lange noch? Ich sterbe vor Sehnsucht! O du liebliches Süßes, errette mich!
Welch süßes Antlitz! Ich bewundere deine süßen Gesichtszüge, deine süße Nase, deine himmlischen Augen, deinen lieblichen Mund, deine samtweiche Haut. Dein dunkler Haarschopf schimmert so herrlich und weich und dein göttliches Antlitz, welches mich völlig verzaubert.
Welche milde und sanfte Sprache des Herzens muss ich auffahren, um dein Wesen ideal und richtig beschreiben zu können? Du gleichst einem Engel, dessen Wonne und himmlisches Auftreten unmöglich zu beschreiben ist. Du bist einem Engel gleich, dem die Flügel fehlen und dennoch auf dieser Erde wandelt. Dein Herz ist zwar nicht fehlerfrei und auch nicht rein, aber rein und fein genug, um meinem Herzen zu gefallen.
Schön und glänzend steht dein Herz vor dem meinen und vor lauter Hingabe weiß dieses nicht mehr weiter als denn fortwährend bewundernd dein Herz und Antlitz zu besehen. Sodann, du wunderbares und unendlich süßes Geschöpf, wird dir meine Bewunderung und Hingabe gehören.

Es ist ein süßer Schmerz, der mich begleitet, dich zu vermissen und hoffnungslos zu lieben. Er schmerzt zwar unendlich, doch ist er lieblich und süß. Tags wie nachts trage ich dein Bild in meinem Herzen und sehne mich nach deiner Nähe, o du meine goldene Hoffnung! Sei mein Licht und weise mir den Weg, du mein süßer Stern. Mögen dich tausend Engel begleiten und beschützen und dein Schutzengel dich lieblich behüten.
Zu gerne wäre ich dein Engel, du niedlicher Schatz, nur zu gerne ein Teil von dir. Doch wie´s dem Himmel beliebt, ist´s dem leider nicht. Mein Schatz, mein Gold, mein himmlisches Licht - bittebitte, vergiss du mich nicht, denn ich tu´s deiner nicht.
Ich kann nicht schlafen, denke nur an dich, du raubst mir meine Träume, die ich anstelle dessen wohl geträumt hätte. Du bewirkst, dass ich sterben möchte, denn dieses leere Gefühl ohne dich zu sein, ertrage ich nicht mehr lange. Zu Hilfe, Geliebter! Ich ertrinke in dir. Du bist mein Kosmos und die Planeten drehen sich nur um dich. Du bist das, was mich am Leben hält, mein Halt, die Sonne, mein Atem; wie könnte ich ohne dich weiterleben, wie kannst du soetwas von mir verlangen?
Ich bin verloren ohne dich, wie kann ich nur ohne dich überleben?
Du mögest jetzt denken, warum ist sie so besessen von mir, warum lässt sie es nicht einfach gut sein, warum wärmt sie immer und immer wieder alten Geschichten auf und kann nicht vergessen? Mein Schatz, ich kann es nicht erklären, ich weiß es nicht. Es ist nicht einfach, von dir loszukommen, dich zu vergessen, glaube mir. So vieles haben wir gemeinsam durchlebt, so vieles durchgestanden Hand in Hand, dass mein Herz sich daran gewöhnte, dir, trotz der Tragödie, so nahe zu sein. Du magst mich leicht vergessen können, da du mich nie liebtest. Für dich, o süße Versuchung, scheint es das Einfachste von der Welt, doch für mich gab es nie Schwierigeres zu überstehen als dies Leiden, für immer dein achso süßes Wesen in meinem Herzen tragen zu müssen.


Verurteile mich nicht, mein lieblicher Schmerz, mich dünkt, mein eignes Herz hat mich betrogen. Es hat sich von mir abgewandt und lebt fortan sein eignes Leben voller Gedanken und Liebe an dich!
Mich sollte man bei lebendigen Leibe quälen, um diese Qualen des Herzens hinauszuschreien und -zupressen, damit mein zu Tode gefoltertes Herz zur Ruhe gelangen kann.
O du niedliches Wesen, du süßes Geschöpf! Vermagst du nicht zu sehen, wie sehr es mir nach dir verlangt, wie sehr ich mich sehne? Bitte lass nicht zu, dass ich an den Flammen der Liebe verbrenne, zugrunde gehe, sterbe.
Sei mein Heil, du süßer Engel! Nimm dich meiner an, erbarme dich, und erlöse mich von dieser Pein, die mich zugrunde richtet. Sei mein Licht und vergiss mich nicht.
Bitte, mein Herz, vergib mir meine verliebte Art, vergib mir, dass ich mich sehne und quäle nach dir. Ich weiß, dass dir das nicht gefällt, dass ich mich nach dir sehne, dich liebe und dich niemals vergessen kann, ich weiß, dass es deine Nerven raubt ... so verzeihe mir.
Ich brauche Hilfe und Zuwendung, jemand, der mein Herzchen hält, wärmt und liebt. O du lieblicher süßer Honig ... mein niedlicher Spatz ... vergib mir, dass ich dich liebe ...

Sodann, mein süßes geliebtes goldenes Gut, ich werde um dich kämpfen, wie noch nie ein Frauenzimmer um eines Mannes Herz gekämpft zu pflegen vermochte.
Noch ists mir schleierhaft, wie ich einen solchen Kampf anfechten und führen sollte. Doch die Liebe vermag mirs zu sagen und mich zum Siege führen, dessen bin ich mir sicher. Aufgeben gibt es nicht, nicht einmal wenn des Sensenmannes´ Augen die meinigen treffen, so bleibe ich dennoch standhaft und gewillt, dich am Ende des steinigen harten und blutigen Kampfes in meine Arme zu schließen und dir all die Liebe zu geben, durch welche ich schon so oft fast umkam und die mich so unendlich quälte. Für dich, o süßer Geliebter, stehe ich diesen Kampf durch, gehe ich durch die langen Pfade der Hölle, durchstreife dunkle Wege des Schmerzes und besiege alle fiesen Dämonen auf dem Weg zu dir, um am Ende auf dem Siegesberg zu stehen und im strahlenden Sonnenlichte dein achso geliebtes süßes Antlitz zu schauen. Mein Geist wird triumphieren und jubeln und mein Mund wird Gott, den Herrn preisen und ehren, dass ich mit dem Liebsten auf diesen Erden zusammen sein und ihn spüren darf.
Ach mein honigsüßer Liebster, warte auf mich, zähle die Stunden in denen ich bei dir sein und deine Liebe empfangen werde, wenn ich ersteinmal den Sieg errungen … solange, mein Herz, vergiss mein nicht, denn sonst ist der Kampf verloren. Umsonst die Hölle durchquert, umsonst die Dämonen besiegt.
O bitte! Ich flehe dich an, mein herrlicher Süßer! Gib nicht auf, gleich wie ich nicht aufgebe. Am Ende werden wir uns sehen.
Der Kampf der Liebe beginnt.
Und möge ich darin umkommen, so sei gewiss, dass ich bis zum letzten Atemzuge nur dein Wohl verlangte, nur dein Herz begehrte und nur deinen warmen Atem spüren wollte. Wenn mein letzter Atemzuge getan sein wird, so lagen Worte der Liebe zu dir auf meinen Lippen, bis mich die eiskalten Hände des Todes in die andere Welt umschlangen und davontrugen.
Mein Nachruf für die Welt wird sein:
Ein Mädchen mit des Herzens voll an Liebe, dessen Geliebter fort von ihr,
sie davon trug der eiskalte Tod, sein steinernes Herz so schwer wie Peitschenhiebe …

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Annahme zum Abdruck für die Frankfurter Bibliothek des zeitgenössischen Gedichts 2013





- Aus "Die Reise des moralischen Herzens" von Mel Mae Schmidt

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